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            Ü Erarbeitungsphase

 

 

Literaturauswahl

Der Grundstein für das Examen wird selbstverständlich durch die Erarbeitung des Examensstoffes gelegt. Dazu sollte man nicht zu viel Literatur auswählen. Zu empfehlen sind die Skripten von Schmidt/Seidel sowie Alpmann Schmidt, s.u. Ihr solltet darauf achten, ein möglichst zusammenhängendes Skriptenprogramm auszuwählen und durchzuarbeiten. Zusammengewürfelte Skripten unterschiedlicher Herkunft aus dem Internet sind zur Erarbeitung kaum geeignet, allenfalls zur Vertiefung kann man sie später verwenden. Auch ein (Uni-) Repetitorium schadet in dieser Phase mehr als dass es nutzt, denn in den seltensten Fällen wird dort das behandelt, was Ihr gerade selbst lernt. Ihr braucht auch nicht immer die neuesten Auflagen aller Skripten, die Vorauflagen sind immer noch brauchbar und häufig viel günstiger zu haben.

Die hier empfohlenen Skripten wachsen von Auflage zu Auflage immer weiter an, was sie nicht unbedingt leichter verdaubar macht. Sie entsprechen daher auch vom Umfang einem Lehrbuch. Selbstverständlich muss man nicht zwingend Skripten zur Examensvorbereitung verwenden, sondern kann je nach dem individuellen Lernstil auch "richtige" Lehrbücher verwenden. Mir haben die Skripten wegen der fallbezogenen Darstellungsweise besser gelegen. Aber noch einmal: wichtiger als eine Fülle von Lehrbüchern / Skripten ist das Klausurenschreiben, siehe Wiederholung.

 

Arbeitsmethode

Mit dem Lesen ist es allerdings nicht getan, denn nur durch das aktive Erarbeiten bleibt etwas hängen, d.h. es müssen Karteikarten oder, was ich bevorzugt habe, ein eigenes Skript im Computer geschrieben werden. Dabei sollte man den Stoff eines Alpmann Skriptes möglichst stark komprimieren. Als Faustregel habe ich mir immer vorgenommen, aus 10 Seiten Skript maximal eine Seite im Computer zu machen, bei Schriftgröße 11 und Zeilenabstand 1,5. Das lässt sich erreichen, wenn man zunächst das Gesetz gründlich liest und sich dafür ruhig eine Stunde Zeit nimmt. Anschließend wird man merken, dass in den Skripten genauso wie in Lehrbüchern in großen Teilen das Gesetz paraphrasiert wird. Aufgeschrieben wird dann nur das, was sich aus dem Gesetz nicht ergibt, also insbesondere Auslegungsprobleme. Den größten Lerneffekt erzielt man, wenn man eigene Formulierungen benutzt und nicht lediglich die Vorlage abschreibt. Erst wenn man etwas mit eigenen Worten beschreibt, merkt man, ob man es tatsächlich verstanden hat. Es empfiehlt sich natürlich, das Wissen in der Reihenfolge des Prüfungsschemas zu notieren. Damit verinnerlicht man beim späteren Lernen automatisch die Prüfungsfolge und gerät nicht in die Gefahr, inhaltsleere Prüfungsschemata einzupauken. Da das alles ziemlich abstrakt klingt, habe ich hier ein paar Auszüge aus meinen Skripten ins Internet gestellt (Zivilrecht, Strafrecht und Verfassungsrecht) – diese Angaben sind natürlich ohne Gewähr. Meine persönlichen Skripten habe ich nie ausgedruckt, da sie sich ständig weiter entwickeln, man ständig Neues einfügt oder Einzelnes ändert. Nach dem Ausdrucken wären viele Seiten schon nach wenigen Tagen wieder veraltet. Das ständige Überarbeiten der Skripten führt auch dazu, dass deren Umfang sich im Laufe der Zeit immer weiter verringert. Denn immer mehr des ursprünglich Aufgeschriebenen wird so selbstverständlich, dass man es aus den eigenen Aufzeichnungen streichen kann.

Man sollte sich nicht an Problemen verbeißen und bloß nicht weiterführende Literatur lesen – dies erfolgt in der Vertiefungsphase. Denn andernfalls besteht die große Gefahr, dass man viel Zeit an ein Problem verschwendet, welches letztendlich völlig unbedeutend ist. Die Literatur sollte also zügig durchgearbeitet werden, Richtwert für mich war ca. eine Woche pro Skript. Auch in den Zivilrecht Nebengebieten sollte man sich nicht verbeißen und die Skripte wirklich in ein paar Tagen durcharbeiten und nur das allernötigste herausschreiben. Im Examen wird hier fast nichts verlangt.

 

Zeiteinteilung

Die Dauer der Erarbeitungsphase hängt stark von den jeweiligen Vorkenntnissen ab. Da ich bereits im 6. Semester sehr intensiv Verwaltungsrecht gelernt hatte, konnte ich dies bei der Examensvorbereitung fast völlig ausklammern. Für die übrigen Gebiete waren 5 Monate völlig ausreichend. Wenn man tatsächlich von nichts eine Ahnung hat, sollte man sich allerdings mehr Zeit nehmen, allerdings maximal 9 oder 10 Monate.

 

Literaturempfehlungen zur Erarbeitung:

   

     Zivilrecht

Ø      Alpmann Schmidt

Ø      Hemmer ZPO

 

    Strafrecht

Ø      Alpmann Schmidt oder

Ø      Schmidt/Seidel

Ø      Hemmer StPO

 

    Öffentliches Recht

Ø      Schmidt/Seidel (jetzt: Rolf Schmidt Verlag) Allg VerwR, Bes VerwR, Verw ProzR